Die Heizkostenabrechnung wird politisch – und das ist gut so. Dank der Aufteilung der CO₂-Kosten zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen setzte die Ampel endlich einen spürbaren Anreiz, Gebäude klimafreundlicher auszustatten. Vor allem die Grünen haben darauf gedrängt, dass nicht nur die Mieter*innen für steigende CO₂-Preise zahlen, sondern auch die Eigentümer*innen Verantwortung tragen.
Der CO₂-Preis für fossiles Heizen (Öl und Gas) wurde stärker angehoben als ursprünglich geplant: statt auf 40 € im Jahr 2024 stieg er auf 45 € pro Tonne ab dem 1. Januar 2024. Für 2025 wurde ein Anstieg auf 55 € beschlossen. Ab 2027 wird dann das starre Preismodell abgeschafft und durch einen marktbasierten Emissionshandel ersetzt, der Preis bildet sich dann also nach Angebot und Nachfrage. Das kann allerdings auch verunsichern, weil so manche Expert*innen Preisanstiege auf deutlich über 100 € pro Tonne prognostizieren.
Ab 2027 wird der Preis im Emissionshandel weiter steigen. Damit ist klar: Wer nicht rechtzeitig saniert, verursacht hohe Kosten. Der Kompromiss sorgt also nicht nur für mehr Fairness, sondern ist zugleich ein wichtiger Schritt hin zu mehr Klimaschutz im Gebäudesektor.

So funktioniert die Aufteilung der CO₂-Kosten nach Gebäude-Effizienz
Die Verteilung der Kohlenstoffdioxidkosten basiert auf der energetischen Qualität des Gebäudes. Je besser der energetische Zustand, desto geringer fällt der Kostenanteil der Vermieter*innen aus und desto höher der Anteil der Mieter*innen.
Ermitteln lässt sich die energetische Qualität über den jährlichen Kohlenstoffdioxidausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche. Dafür berechnet man zunächst den jährlichen Brennstoffverbrauch und multipliziert ihn mit einem Emissionsfaktor. Daraus ergibt sich der gesamte jährliche CO₂-Ausstoß des Gebäudes. Dieser Wert wird im Anschluss durch die gesamte Wohnfläche geteilt, wodurch sich der Ausstoß pro Quadratmeter und Jahr bestimmen lässt. Der Regel nach bewegt sich dieser zwischen 0 und 60 kg CO₂ pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr.
Auf Grundlage dieses Wertes und der Tabelle zum Kohlenstoffdioxidkostenaufteilungsgesetz (CO₂KostAufG) wird das Gebäude einer Stufe im dort vorgesehenen Stufenmodell zugeordnet. Diese Einstufung legt verbindlich fest, wie die Kosten zwischen Vermieter*innen und Mieter*innen aufzuteilen sind.
Einstufung des Gebäudes: Energetische Qualität und Kostenaufteilung
Der spezifische CO₂-Ausstoß wird wie folgt berechnet:
Energieverbrauch (kWh) × Emissionsfaktor (kg CO₂/kWh) ÷ Wohnfläche (m²) = CO₂-Ausstoß in kg/m²/a
Der Energieverbrauch wird hierbei aus den Brennstoffrechnungen bzw. Vorratsmengen ermittelt. Der Emissionsfaktor ist gesetzlich festgelegt (z. B. Erdgas: 0,20088; Heizöl: 0,2664; Flüssiggas: 0,2358; Kohle: 0,3571 kg CO₂/kWh). Das Ergebnis ist der jährliche spezifische CO₂-Ausstoß pro Quadratmeter.
Einstufung und Aufteilung
Der ermittelte Wert wird der Tabelle im CO₂KostAufG zugeordnet. Daraus ergibt sich die Aufteilung zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen:
| CO₂-Ausstoß (kg/m²/a) | Anteil Mieter*in | Anteil Vermieter*in |
| < 12 | 100 % | 0 % |
| 12 – < 17 | 90 % | 10 % |
| 17 – < 22 | 80 % | 20 % |
| 22 – < 27 | 70 % | 30 % |
| 27 – < 32 | 60 % | 40 % |
| 32 – < 37 | 50 % | 50 % |
| 37 – < 42 | 40 % | 60 % |
| 42 – < 47 | 30 % | 70 % |
| 47 – < 52 | 20 % | 80 % |
| ≥ 52 | 5 % | 95 % |
Berechnung der CO₂-Kosten und Aufteilung
Die CO₂-Kosten ergeben sich aus dem jährlichen Ausstoß:
CO₂-Ausstoß (kg) ÷ 1000 × CO₂-Preis des Erwerbsjahres = CO₂-Kosten
Preise je Tonne CO₂:
- 2023: 30 €
- 2024: 45 €
- 2025: 55 €
Die Kosten werden anschließend nach dem Stufenmodell zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen verteilt.
Einen Sonderfall stellt die Selbstversorgung, z.B. durch eine Gasetagenheizung, dar. Hier berechnen Mieter*innen den CO₂-Ausstoß ihrer Wohnung selbst:
Energieverbrauch (kWh) × Emissionsfaktor ÷ Wohnfläche (m²) = CO₂-Ausstoß der Wohnung
Dieser Wert wird ebenfalls dem Stufenmodell zugeordnet.
Mehr Übersicht, faire Kostenverteilung und Anreize fürs Energiesparen
Aus Sicht der Grünen stellt die neue Regelung einen wichtigen Schritt für mehr Klimaschutz und Fairness dar. Der CO₂-Preis zeigt nun auch in der Nebenkostenabrechnung, wie klimaschädlich das Heizen mit Öl und Gas ist – und schafft damit einen klaren Anreiz, Energie zu sparen. Besonders entscheidend: Die Kosten werden nicht länger einseitig den Mieter*innen aufgedrückt, sondern auch die Vermieter*innen tragen Verantwortung. Wer ein unsaniertes, energiehungriges Haus besitzt, muss künftig deutlich mehr zahlen, während effiziente Gebäude entlastet werden. So entsteht Druck, endlich stärker in Wärmedämmung, moderne Heizungen und erneuerbare Energien zu investieren.
Nur wer weiß, wo die Kosten entstehen, kann auch bewusst handeln – sei es durch sparsameres Heizen oder durch Investitionen in eine bessere Gebäudeeffizienz.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reform ist die Transparenz. Mieter*innen haben fortan das Recht, die genaue Berechnung der CO₂-Kosten einzusehen. Sie können nachvollziehen, wie hoch der Energieverbrauch ihres Hauses tatsächlich ist, welche Emissionen daraus entstehen und wie sich der Preis zusammensetzt. Auch die zugrunde liegenden Rechnungen des Energieversorgers müssen auf Verlangen offengelegt werden. Dies verhindert, dass die Abrechnung zu einer Blackbox wird – und beide Seiten, Mieter*in wie Vermieter*in, erhalten Klarheit darüber, wie ihr Anteil zustande kommt.

Energiewende fair gestalten – trotz steigender Nebenkosten
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Die Nebenkosten steigen insgesamt, und wenn der CO₂-Preis ab 2027 im Emissionshandel deutlich anzieht, wird das für viele Haushalte spürbar sein. Für Eigentümer*innen bedeutet die Reform zudem, dass sie finanziell in Vorleistung gehen müssen, wenn sie ihre Gebäude energetisch aufrüsten – eine Belastung, die nicht jede*r sofort stemmen kann. Und gerade Menschen mit geringem Einkommen dürfen dabei nicht allein gelassen werden.
Doch anstatt die Reform grundsätzlich in Frage zu stellen, setzen die Grünen auf flankierende Maßnahmen wie Förderprogramme und ein Klimageld, um die Energiewende sozial gerecht zu gestalten.

Hach, diese CO₂-Kostenverteilung! Endlich muss auch der Vermieter*in schauen, dass sein altes Energiesparnis-Wunderhaus nicht mehr wie ein Schwamm auf Öl und Gas schwimmt. Langsam wird klar, dass Sanieren nicht nur besser für die Klimabilanz ist, sondern auch der Geldbeutel schont – für beide Seiten. Und ja, die Nebenkosten steigen, aber hey, wer sagt, dass man klimafreundlich nicht auch etwas komfortabler und günstiger leben kann? Ein klarer Anreiz für Vermieter*innen, ihre Gebäude mal ernsthaft auf den neuesten Stand zu bringen. Und für Mieter*innen: Endlich durchblicken, woher all die CO₂-Kosten kommen. Mal sehen, ob sich die Mieter*innen dann auch endlich an den Schalter stellen – oder ob die Vermieter*innen das Heizen doch wieder per Knopfdruck regeln können.